Glauben, denken und Realität

Glauben, Denken und Realitätserfahrung

 

Dass die Welt keine Rücksicht auf unseren eigenen Willen nimmt, dass wir uns hinten anstellen müssen, dass wir kein Recht auf eine bevorzugte Behandlung im Leben haben, dass wir es nicht Wert sind, vorgelassen zu werden und dass wir keine Sonderbehandlungen erwarten dürfen, sind alles Überzeugungen, die viele von uns gelernt haben. Zuerst war es ein Lernen, ein wiederholtes Einüben der gleichen Informationen, die sich im Laufe der Übungszeit in Üb-Erzeugnisse umgewandelt haben. Dieses Lernen geschah in bester Absicht und auf der Basis der Erwartungshaltungen aller Beteiligten. Heute erschafft unsere eigene Antizipation genau nach diesen Üb-Erzeugungen, getreulich ihrer Struktur, unsere Realität. 

Und wenn uns jemand fragen würde, was der Grund dafür ist, dass man die Taste mit dem Zeichen "K" auf der Tastatur drückt, dann wäre die Antwort: Weil ich ein "K" schreiben will. Wir wissen, dh. wir glauben so stark daran, dass ein "K" auf dem Bildschirm erscheinen wird, wenn wir die "K"-Taste der Tastatur drücken, dass wir nicht im Geringsten daran zweifeln. Schliesslich haben wir es einst gelernt und geübt! Erst in dem Augenblick, in dem ein anderes oder gar kein  Zeichen  auf dem Bildschirm erscheint, trauen wir womöglich unseren Augen nicht. Wir bemerken die Abweichung von unserer Antizipation in einer klaren Wahrnehmung: kein "K"! Und das setzt eine  Kettenreaktionen in Gang, von der wir wiederum erwarten, dass sie zu einem Erscheinen des "K" führen wird. Jede einzelne Reaktion ist das Ergebnis einer spezifischen, zielgerichteten Antizipation und diese wird so lange verändert und wiederholt, bis endlich das Ziel erreicht ist und das "K" wieder auf dem Bildschirm erscheint. Erst dann sinkt die gedankliche Beschäftigung mit dem Thema wieder unter die Wahrnehmungsgrenze, weil unsere Erwartungshaltung wieder erfüllt wird. 

Es gibt ein anderes, älteres Wort für Erwartungshaltung: Glauben. 

Es ist eine alte Weisheit, dass man sich etwas vorstellen und an seine Machbarkeit glauben können muss, ehe man etwas kreativ erschaffen kann,. Nur wenn man davon überzeugt ist, das die Vorstellung realisierbar ist, wenn man also an die Sache glaubt, macht man sich an die Umsetzung. Andersherum gesagt: woran man nicht glaubt, das kann man auch nicht umsetzen. 

Dieser Glaube an die Machbarkeit ist nichts anderes als eine Erwartungshaltung. Und diese Haltung ist die Grundlage für die seelische Motivation, es auch zu machen. Ohne diese seelische Motivation fehlt die Energie zur Umsetzung und damit finden sich auch nicht die nötigen physischen Mittel und Schritte um die Sache verwirklichen zu können. Unser Glaube ist der entscheidende Faktor, den wir nur zu gerne vergessen. 

Wir verweigern ihm gerne die Macht, dass er unsere Wahrnehmung bestimmt und doch ist es so. Aber woran ich nicht glaube, das blende ich eben als nicht existent aus. Das moderne Wort dafür lautet: Anitzipation. Meine Erwartungshaltung verschliesst alles vor meinem Erleben, an das ich nicht glaube. Völlig gleichgültig wie viele Fakten es dafür gibt, oder welche anderen geistige Haltungen oder Meinungen dafür sprechen. Wer nichts erwartet, für den existiert nichts oder umgekehrt:  Wer an etwas glaubt, der erlebt es, ganz egal wieviel dagegen spricht. 

Sehr oft wird im Leben auch etwas erst dadurch existent, dass man wirklich fest daran glaubt oder man es sich plötzlich vorstellen kann. Sei es durch einen Lernvorgang mit Üben, wie zB. beim Fremdsprachen lernen oder durch eine kreative Intuition.

Der Glaube ist das, was wir hatten, bevor wir etwas über die Funktionsweisen der geistigen Prozesse wussten. Schon die alten Philosophien wussten, dass Realitäten durch Gedanken verändert oder erschaffen werden, auch wenn sie noch nicht in der Lage waren diesen Vorgang auf einer rationaler Ebene zu analysieren. In den  Welten der Wahrscheinlichkeitswellen gilt dies noch viel mehr als in der "physischen Teilchen-Welt". Wie sehr die kollektive Erwartungshaltung von Menschengruppen unsere Lebenswelt steuert, sehen wir jeden Tag im Geschehen an den Wirtschaftsbörsen oder den Reaktionen auf politische Nachrichten, die ganze Nationen vollkommen verändern. Diktaturen stürzen eine nach der anderen, marode Geldsysteme brechen zusammen, traditionelle Lebensweisen werden abgeschafft. Gesetze, Architektur, Sozialstruktur, Klima und Alltag zeigen die Wirkungen der aufsummierten Erwartungshaltungen der Menschen an. 

Darum sollten wir sehr genau darauf achten, woran wir glauben, woran nicht und was wir in jeder Situation erwarten. Dieser Glaube steuert nicht nur das eigene Leben, sondern auch das vieler anderer. Unsere eigene Antizipation des zukünftigen Augenblicks ist die Kraft, die im Universum alles verändern, stabilisieren oder zerfallen lassen kann. 

alles liebe

Joan

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