Kontrolle - Ein Witz!


Kontrolle -  ein Witz

 

Als ich mich 1983 der spirituellen Seite des Menschseins zuwandt, war ich ein ganz normaler Mensch.
Ich hatte keine Ahnung. Doch war ich fest davon überzeugt alles zu wissen, was es mit der Welt auf sich hat. Ich war ein erfolgreicher junger Ingenieur und Programmierer und sah einer aussichtsreichen Karriere in der damals aufsteigenden Computerindustrie entgegen. Mein Verstand war messerscharf und mein Gedächtnis auditiv und visuell annähernd perfekt. Mein ganzes Leben erschien mir perfekt und folgte fast anstrengungslos meinen Ideen. Aber, wie ich heute weiß, nahm ich auf kaum etwas Rücksicht, außer auf die Erfüllung meiner eigenen Vorstellung. 

Weder in Worten noch in Taten und auch nicht im Denken. Die Folgen waren fatal. 

 

In nur wenigen Jahren zerfloss mein weltlicher Wohlstand, Familie und Freundeskreis zerbrachen und zurück blieb ein riesengroßes Fragezeichen. Ich sah mein Leben durch meine Finger rinnen und mein Verstand angelte nach Erklärungen und Begründungen, die er in der Welt finden konnte. Doch das führte zu nichts. Die Dinge verschlimmerten sich immer weiter und ich begann zu ahnen, dass ich etwas übersehen hatte. Ich machte mich auf eine Suche,  ohne zu wissen nach was. So wie es eben ist, wenn man sucht, ohne zu wissen was, rannte ich  jahrelang  im Kreis herum. Hatte Begegnungen mit Scientology, Buddhisten,  Mormonen, Esoterikern, Osho-Sannyasins, Rosenkreuzern, Freimaurern, christlichen Exerzitien, Pythagoräern, Shamanen, Neurologen, spirituellen Hypnotiseuren und vielem anderen mehr. Es war ein Herumirren im Nebel eines beduselten Verstandes.

 

Eines Tages, als es wieder einmal besonders dunkel und chaotisch in meinem Leben zuging, fand ich den Weg zum Zen. Ein schlichter Volkshochschulkurs brachte mich zu meinem Lehrer. Es war ein spontanes "Erkennen im Augenblick" und eine zutiefst herzliche Verbindung. Sie besteht immer noch, auch wenn er diese Welt schon vor einigen Jahren verlassen hat. Wir hatten es nicht leicht miteinander: Wir haben über 20 Jahre lang miteinander gerungen. Heute weiß ich, dass mein Verstand verbissen um seine Vorherrschaft mit sich selbst kämpfte . 

Bis eines Tages etwas geschah, das mich völlig aus der Bahn warf. Ich habe darüber ein ganzes Buch geschrieben "Der letzte Koan", deshalb werde ich hier auf dei Details nicht weiter eingehen. 

Dieses Erlebnis, das meine Einstellung zum Leben, zur Welt und allem was ich jetzt weiß, für immer verändert hat, öffnete etwas in mir, dass ich niemals für möglich gehalten hätte. In einem einzigen Augenblick zerbarst das, was ich als "ich" bezeichnete.

Ein Schock: Mein Verstand wurde leer und schwarz. Gedanken blitzten darin auf wie ferne Sterne. Mein ganzes bisheriges Leben löste sich auf. Zurück blieb ein Zittern im Nirgendwo. Dieser Zustand hielt mehrere Monate an.

Unfähig zu denken, unfähig sich den einströmenden Klängen, Farben, Gefühlen zu entziehen, brach das letzte bisschen Rationalität in mir zusammen. Über die Reaktionen meiner Umwelt reden wir lieber nicht. Hier spiegelte sich die Angst vor dem Verrückt werden, die Egoismen, die Glaubenssysteme und Saboteure, die ich im Leben aufgenommen hatte und der Wahnsinn, der sich jenseits der Grenze zum Genie befindet.

Es dauerte Monate, bis ich mich wieder bewusst konzentrieren konnte, doch es war auch ein stetes Gewahrsein einer begleitenden Kraft da, die mir in entscheidenden Augenblicken non-verbal vermittelte, was zu tun war. Diese Kraft war nicht aufdringlich aber liebevoll und bestimmt wie ein guter Lehrer. Damals, vor mehr als 25 Jahren, gab ich diesem Channel einen Namen: Joan.  Heute sind Joan und Hans so sehr zu einem Teil geworden, dass manchmal nicht mehr klar ist, wer mit "ich" gemeint ist. Das ist alles schon sehr lange her und meine Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Es ist schon falsch zu sagen, dass es ein "Joan" UND ein "Hans" gibt. Beide sind nämlich nur Teile von ICH. Sie spuken in mir herum, haben ihren Spaß und treiben ihren Schabernack. Sie sind nichts anderes als Du, dein Nachbar, das Fahrrad, welches gerade in China umfällt oder der Schmetterling, dessen Flügelschlag den Hurrikan auslöst  oder der Stuhl auf dem ich gerade sitze, das Internet, Alpha Centauri und das Feuerwehrauto mit Blaulicht. Selbst ICH ist nur ein Fokus auf einen Energiehaufen, der sich, warum auch immer, ansammelt sobald ICH auftritt. Mehr kann ICH über mICH nicht sagen. ICH habe keine Erklärungen, aber kenne einen Weg, der in diese Erkenntnis führt.  

 

Ich nenne diese Erfahrung meine "große Erfahrung", die mich lehrte jede Kontrolle aufzugeben. Auch den Wahn gedanklich etwas erfassen zu wollen. Denn jedesmal, wenn ein Gedanke entsteht wird aus einem möglichen Nicht-Geistigen-Potential eine konkrete Information geboren, die sich im weiteren Verlauf ihrer Existenz über eine energetische Form in eine kristallin-materielle Form wandelt. Wir nennen die letzte Erscheinungsform dann "Welt".

Jeder Gedanke folgt diesem Existenzweg. Deshalb ist am Zustand der Welt, die du wahrnimmst bzw. die sich dir zu erkennen gibt, dein eigener Zustand ablesbar. Nicht mehr und nicht weniger. Der Zusammenhang ist direkt und 1:1. Die Beugung der Spiegelung erzeugt dein Verstand, für den nicht sein kann, was er denkt, dass nicht sein darf.

Siehst du also Krankheit, Not und Grausamkeit, dann schreib sie dir auf die eigene Stirne. Da hilft auch kein Weggucken oder Augen zuhalten. Du bist kein kleines Kind mehr, dass sich hinter der eigenen Hand verstecken kann.

 

Der Zustand der Welt IST DEIN ZUSTAND. 

 

Akzeptiere es. Nur so ist es möglich etwas zu ändern. Ändern? Wo?

Nun, nicht in der Welt. Änderungen sind nur an der Quelle möglich und das bist du (so wie ich). Willst du ein anderes Leben leben? Dann ändere dein Jetziges! Denke nicht viel und jammere nicht rum, sondern tue, was die feine Kraft in deinem Herzen dir vorgibt. Und jetzt sag nicht du wüsstest nicht wovon ich spreche. Dein Herz weiß und dein Herz sollte dich führen. Dein Kopf ist nur das ausführende Organ, der Koordinator deiner Aktivitäten in einer materialisierten Welt. DU bist wie ICH. Du kannst nur lieben und gegen deine Liebe verstoßen. So entsteht Dualität. So entsteht Gut und Böse, Krieg und Frieden. Das Bekannte und das Fremde, Sinus und Cosinus, Kain und Abel......

Der erste Schritt ist sich darüber bewusst zu werden, dass deine Welt auf einer Gedankenkonstruktion beruht.

Der Zweite diese Gedankenkonstruktion zu beobachten und die Welt zu beobachten.

Der Dritte die Gedanken einzustellen und die Welt zu beobachten.

Du beobachtest immer nur dICH und wenn du dann deine ganz persönlichen Wunder erlebst, denk an mICH und kehre in die Stille, die Abwesenheit aller Bewegung zurück, denn nur hier sind wir alle EINS.

 

alles liebe

Joan