Synapsen Mikado

 

Synapsen-Mikado oder die Welt als Reflexion elektronischer Signale

 

Was meinen wir denn , wenn wir von "Wahrnehmung" sprechen? In der Regel meinen wir die Empfindungen, die wir den fünf Sinnesorganen zuordnen und die aus unserer Umwelt stammen. Seltener meinen wir manchmal auch eine innere Wahrnehmung, die keinem Sinnesorgan zugeordnet werden kann. Dann reden wir vom 6.Sinn, dem Bauchgefühl oder der Intuition. Jedoch haben alle Wahrnehmungen etwas gemein: Sie entstehen aus etwas, das auf unseren Körper einwirkt und werden durch dafür vorgesehene Organe in chemo-elektronische Signale umgewandelt. Jede Wahrnehmung liegt also als elektronisches Signal vor. Diese Signale sind nicht einfach Impulse, mit denen zB. ein Klingelknopf die Klingel zum läuten bringt, sondern es sind sehr komplexe elektrische Schwingungen, die man auch als Frequenzspektrum bezeichnet. Diese Spektren - man kann sie sich auch als Musikakkorde vorstellen - liegen im Körper als Ionenwellenmuster vor. Ionen sind elektrisch geladene Teilchen, die sich in chemischen Medien ausbreiten können. Die Ausbreitung eines Ionenmusters einer Wahrnehmung entlang der Nerven ist ein holografischer Vorgang und bildet zusammen mit anderen Ionenmustern ein Wahrnehmungshologramm. 

Das Wahrnehmungshologramm entsteht aus den neuronalen Prozessen im Gehirn. Es ist ein extrem komplexes Frequenzmuster (Spektrum) aus kleinsten elektrischen Ladungen, die die Gehirnfunktion auf molekularer Ebene darstellen.

Jedes Wahrnehmungssignal kann dabei selbst aus mehreren Dimensionen bestehen: So schmecken wir mindestens fünf unterscheidbare Qualitäten: süß, salzig, sauer, bitter, umami, aus deren jeweiliger Intensität sich ein typischer Geschmack zusammensetzt. Ebenso fühlen wir "nur" fünf Qualitäten: Schmerz, Druck, Temperatur, Dehnung, Tastung und Haarfollikelstellung, aus deren jeweiliger Intensität sich eine haptische oder taktile Wahrnehmung aufbaut. Beim Riechen ist es nicht anders: sechs Empfindungen definieren jeden von uns unterscheidbaren Geruch: blumig, fruchtig, harzig, würzig, faulig, brenzlig. Das Sehen fällt zwar mit ca.380 möglichen Kanälen (ca. 380 nm - 760 nm sichtbares Licht) aus der Reihe, aber das Gehirn reduziert die Anzahl auf eine Untermenge, da wir nicht alle  Farbnuancen unterscheiden können. Das Gleiche passiert beim Hören zwischen 18 Hz und  18.000 Hz. Die theoretisch möglichen 18000 Kanäle werden im Hörzentrum auf 24 Gruppen reduziert, aus denen wir unser Hörerlebnis generieren. 

Das Wahrnehmungshologramm wird in Zusammenarbeit der Neuronen mit den Gliazellen verarbeitet. Wir haben ungefähr die gleiche Anzahl Gliazellen wie Neuronen im Gehirn und beide verfügen über Neurotransmitter-Rezeptoren, so dass sie miteinander kommunizieren können. Wir haben also ca. 160-200 Milliarden Speicher- und Schaltstellen zur Verfügung, die alle elektronisch miteinander verbunden sind. Ändert sich nur ein einziger Zustand in diesem System, verändert sich das ganze System. Deswegen finden wir im materiellen Gehirn zwar spezialisierte Bereiche wie die Olivenkerne als Hörzentrum oder die Zirbeldrüse als Hormonzentrale und den präfrontalen Cortex als Sitz des "Ich-Bewusstsein", aber wir sehen auch, dass bei Störungen andere Gehirnbereiche durchaus die Funktionen des gestörten Bereichs übernehmen können. Das Gehirn verhält sich als Ganzes holografisch. Deshalb verwende ich "Hologramm" für die Bezeichnung eines mehrdimensionalen Informationsmusters in Form eines 4D-Spektrums, das im Gehirn verarbeitet wird.

 

Jedes Wahrnehmungshologramm unterliegt nach unserem heutigen Verständnis seinem eigenen Zeittakt. Die jeweils schnellste Veränderung gibt den Zeittakt der Speichergeschwindigkeit (Samplingrate) vor. In der Regel liefert das Sehen den Takt. Fällt "sehen" weg, übernimmt das "hören". Wir kennen das: Im Dunklen werden alle Geräusche deutlicher und lauter und wenn es hell ist, sind wir uns selten dessen bewusst, was wir gerade hören. 

Während des Speichervorgangs wird das Wahrnehmungshologramm mit anderen Hologrammen verknüpft: angenehm, gefährlich, schön, schmerzlich, usw. Diese Hologramme sind aus der Summe aller bisher gespeicherten Wahrnehmungshologramme abgeleitet und stellen unsere "Erfahrung" bzw. unsere Vergangenheit in dieser Welt dar.  Diese "Erfahrungshologramme" sind wiederum mit einer Impulsebene verbunden, die bestimmte Aktionen auslösen: Zulassen, Abwehren, Weglaufen, Steigern, Mildern etc. So kommen die Handlungen zustande, die sich aus den Wahrnehmungen ergeben. In jedem Augenblick existiert ebenso eine Emotion. Eine Emotion ist ein Hologramm, das sich aus den Quantenprozessen speist, die uns mit dem Nullpunktfeld und damit mit dem Nicht-Energetisch-Materiellen verbindet. Das Emotionshologramm des Augenblicks wird mit dem Wahrnehmungshologramm verknüpft und das Ganze wird als Ionenmuster im Speichersystem aus Neuronen und Gliazellen festgehalten.

 

Der Speichervorgang dieser hochkomplexen Schwingungsmuster bildet seinerseits wieder Schwingungsmuster. Sie werden durch die Zustandsänderungen der betroffenen Neuronen und Gliazellen ausgelöst und sind ebenfalls mit dem gespeicherten Wahrnehmungshologramm verbunden. Sie sind wie ein abklingendes Echo, in der eine Wahrnehmung in uns nachhallt. Auch wenn das alles sehr kompliziert klingt: Es ist immer das gleiche Prinzip, indem elektronische Signale einen komplexen Resonanzprozess in Gang setzen, der wie ein Echo in unserem neuronalen System abklingt. Durch eine Stimulierung des neuronalen Systems in der gleichen Art kann dafür gesorgt werden, dass bestimmte Hologramme immer aktiv bleiben und andere im Laufe der Zeit abklingen und vergessen werden. Diese Form von Ionenbewegungen in der neuronalen Tätigkeit des Gehirns lässt sich mit heutigen Mitteln bereits nachweisen. 

 

Die grundlegenden elektronischen Resonanzsysteme bilden Informations-Metaebenen, die uns niemals bewusst werden. Erst durch die Wiederholung eines Hologramms und seine Echos entsteht die Grundlage für eine Bewwusstwerdung in dem Sinne, dass wir etwas intellektuell erkennen können. Durch die Analyse und Bewertung jedes einzelnen Wahrnehmungshologramms und die Reaktion des bisher Gespeicherten, seiner Echos und Rückkopplungen bildet sich die Grundlage für unser Verhalten. Analyse und Bewertung sind selbst aber auch wieder Resonanzen, die sich als Hologramme im Gehirn ausbreiten. Einige dieser Erkenntnis-Resonanzen können mit dem EEG bei ca 40 Hz und 60 Hz gemessen werden. Es sind kohärente starke Impulswellen, die nur wenige Millisekunden andauern und die einen Erkenntnisprozess markieren. 

 

Soll nun zu einem Zeitpunkt ein Wahrnehmungshologramm gespeichert werden, erzeugt sein elektrisches Spektrum eine Resonanz aus den bisher gespeicherten Wahrnehmungshologrammen. Je mehr und je genauer bereits vorhandene Wahrnehmungshologramme mit dem neu zu speichernden übereinstimmen, desto intensiver wird die Resonanz ausfallen. Wahrnehmungshologramme, die starke Resonanzen erzeugen werden als "bekannt" erkannt und fallen aus dem Speicherprozess heraus. Nur solche, die "neu" sind, also geringe Resonanzen erzeugen, werden in den Speicher aufgenommen. Diese "Verallgemeinerung" oder "Unschärfe" in der Speicherung ist der Grund, warum wir eine Zitrone als Zitrone erkennen, egal welche Zitrone auf der Erde wir wahrgenommen haben. Es reicht der Geruch oder der Geschmack oder die Frage nach einer runden gelben Südfrucht. Wir müssen nicht jede mögliche Erscheinungsform einer Zitrone in allen Varianten der zur Wahrnehmung gehörenden Situation speichern. Das ist aber auch der Grund, warum es uns schwer fällt sehr ähnliche Dinge zu lernen. Je ähnlicher sich die Hologramme werden, desto höher fallen die Resonanzen aus: Das Speicherraster wird immer grober. So entstehen Prinzipien, Archetypen und Grundformen. Je geringer die Resonanzen jedoch werden, desto feinere Wahrnehmungshologramme können gespeichert werden: Es entstehen die Unterscheidungen zwischen zwei Blättern des gleichen Baumes, den gleichen Tönen auf verschiedenen Instrumenten oder dem Geschmack zweier verschiedener Zitronen. Je weniger Resonanzen auftreten, desto "neugieriger" reagiert das Speichersystem auf Details. Je mehr Details es jedoch beachtet, desto unfähiger wird es gleichzeitig auf grobe Strukturen zu reagieren. Das Speichersystem ist "fraktal", in dem es die gleichen Prinzipien auf allen Ebenen sowie innerhalb genau bestimmter Ebenen anwendet. Wenn wir also zB. das Verhalten von Elektronen erforschen, können wir nicht gleichzeitig das Verhalten des Stoffes erforschen, den diese  Elektronen bilden. Wir können nicht den Wald erforschen, wenn wir uns auf ein einzelnes Blatt an einem einzelnen Baum konzentrieren.

Konzentration ist daher die Methode um  auf einer bestimmten und definierten "Speicherebene" zu bleiben. Je länger wir uns konzentrieren, desto neuer und interessanter kommt uns jede Wahrnehmung vor und desto schneller merken (speichern) wir ihre Details. Je mehr Details jedoch gespeichert wurden, desto schneller steigt die Stärke der von ihnen ausgelösten Resonanzen wieder an und die Neugier endet. Die Konzentration lässt nach, die Speicherebene wird verlassen und wir wenden uns einem anderen Thema zu, dass durch niedrige Resonanzen unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

 

Es liegt in der Natur eines Hologramms, dass jede Information in allen Teilen enthalten ist. Daher ist jedes Hologramm im Gehirn in allen anderen Hologrammen enthalten. Sie verflechten sich im neuronalen Netz wie die Instrumente eines Orchesters ergänzen und verfeinern sich oder löschen sich allmählich aus. Um es jetzt noch einmal zu komplizieren erzeugt dieses Verflechten wieder ein Hologramm, dass auf alles Vorhandene rückwirkt. So entstehen Informations-Metaebenen (Erkenntnishologramme) mit denen es uns möglich ist zu philosophieren und "zu wissen, dass wir wissen". Im Vergleich: Wir können nicht "fühlen, dass wir fühlen". Wir fühlen immer direkt. Meta-Ebenen können nur aufgrund von Erkenntnis-Hologrammen entstehen, die sich durch neuronale Prozesse einstellen. Niemals entstehen sie aufgrund von Wahrnehmungshologrammen. Diese Meta-Ebenen sind die Domäne des Verstandes. Er ist das Werkzeug für diese Meta-Ebenen. Seiner Arbeit ist die Analyse und Bewertung dessen, was gespeichert wurde. Da "Verstand" ein neuronaler Prozess ist, erzeugt er wiederum Resonanzen, die mit dem verknüpft sind, was er gerade analysiert und bewertet. So entstehen ganz neue "kreative" Resonanzmuster, die in sich zwar stimming und logisch sind, sich aber nicht logisch und zwangsläufig aus der Erfahrung ergeben. 

Ähnliches gilt für die Emotionen, unsere Quantenverbindung zum Nullpunktfeld. Auch sie lösen Prozess-Resonanzen aus, die mit den Wahrnehmungen des augenblicklichen Zustandes verknüpft werden und so zu unerwarteten Effekten führen. Verstand und Emotion ist eigen, dass sie Resonanzen mit ihrem eigenen Treiben hoch halten und so verhindern, dass andere Hologramme durchkommen können. Gehirne, in den denen das geschieht, fangen an in ihrer eigenen Rückkopplung zu leben und können nur selten ohne äußere Hilfe ihr selbst geschaffenes System wieder verlassen.

 

Mit diesem "Speicherautomaten" leben wir. Wir nennen ihn "Gehirn". Die holographischen Abläufe im Gehirn werden aktuell wissenschaftlich erforscht. Es gibt im Grunde darüber nichts zu diskutieren, auch wenn uns diese Betrachtungsweise unseres Gehirns völlig neu ist und gar nicht vertraut. Immer mehr Neuro-Wissenschaftler finden heraus, dass sie ohne eine zweite Ebene zu berücksichtigen, die messbaren Gehirnparameter nicht verstehen können. Der Mensch befindet sich an der Schwelle zum Sprung aus der Mechanik in die Informatik und findet den Geist, der den Menschen erst zum Menschen macht. 

 

Doch das wird mein nächstes Thema sein. Jetzt schließe ich mit einer Frage, die einfach zu stellen ist:

Wer ist es eigentlich, der dieses Resonanz-Tohuwabohu in unserem Gehirn erfährt? Wer gibt diesem Frequenzgeflirre Sinn und zieht Schlussfolgerungen und Erkenntnis daraus?  

 

alles liebe

Joan