Meditation

Bist du noch Chef im eigenen Haus?

Wir merken meist erst wenn wir uns zum ersten Mal zum Meditieren setzen, wie uns das Ego hin und her zerrt. Wir müssen uns eingestehen, dass wir vor lauter neuen Angeboten aus dem Innen und Außen gar nicht zur Ruhe kommen. Das "ich" hat sich verselbstständigt und bombardiert uns mit allen möglichen Impulsen, Gedanken, Erinnerungen und Sorgen. 

Durch diese Unruhe werden wir wie von einer anderen Kraft gelebt. Im Alltag sorgt das "ich" nur für sich und beschäftigt uns mit Sorgen über Geld, Haus, Familie, Kinder und allen möglichen Problemen, die scheinbar gelöst werden müssen. In diesem geistigen Durcheinander kommen wir nicht zur Ruhe, ja wir setzen sogar oft schon voraus, dass diese Menge an Objekten für ein erfülltes Leben unabdingbar sind und es schlecht ist, wenn sie aufhören. Wir erfahren uns durch dieses Chaos als immer weiter getrennt von allem anderen und es erscheint völlig absurd, das Trennung eine Illusion ist. Wir müssen feststellen, dass unser "ich" alles was seine Oberherrschaft bedroht, massiv bekämpft und alles was sein Macht wachsen lässt, saugt es begierig auf.  Das "Größer, Höher, Weiter" ist so schon zu einer akzeptierten Lebensmaxime geworden. Doch kein Baum wächst endlos in den Himmel. Wird er zu groß und findet er seine Balance in dieser Welt nicht, brechen seine Äste oder er kann dem Druck des Windes nicht mehr standhalten: er wird entwurzelt.  Viele entwurzelte Menschen laufen herum und suchen verzweifelt danach wieder neue Wurzeln ausbilden zu können. Doch das "ich" lässt es nicht zu. Es weiß wie gefährlich ihm ein gut eingewurzelter Mensch wird. So hört es nicht auf, den nach Meditation strebenden Menschen zu malträtieren, ihn abzulenken mit allem was ihm zu Gebote steht beschäftigt zu halten.

Mach Schluss damit. Lass dich nicht länger von dem kleinen "ich" in dir gängeln.

Ergreife die Chance und bringe dir selbst das Meditieren bei.

Es ist einfacher als du denkst, wenn erst einmal das Affentheater des "ich" abgestellt wurde. 

Schließe einfach die Augen und entspann dich, so gut es geht. Lass die Augen geschlossen und mit jedem Ausatem wiederhole laut oder in Gedanken deinen Vornamen, so wie du dich selbst nennst. Mach es solange wie du dich darauf konzentrieren kannst. Schau auf die Uhr und merke dir die Zeit, wie lange du es geschafft hast nur bei deinem Namen zu sein. Wiederhole es jeden Tag ein, zwei, drei Mal. Du wirst sehen es funktioniert und die Zeiten werden länger, in denen du Ruhe vor dem Ego hast. 

alles liebe

Joan