Ich bin - also denke ich

 

Ich denke - also bin ich

Hier irrte Descarte sich in der Reihenfolge. Auch wenn es nur eine kleine Umstellung ist, so hat das  "Ich bin, also denke ich!" ungeahnte Folgen.

Das Denken und das Selbstgewahrsein sind Funktionen des Seins und keineswegs dessen Grundlage.

Im alleruntersten Zustand ist eine sich selbst bewusste Leere ohne jeden Inhalt. Es ist ein "NICHTS" indem kein Gedanke existiert, auch keine Bewegung, die als Energie ein Objekt hervorbringen könnte.

Diese "Leere" ist einfach ohne alles und doch ist sie sich selbst bewusst.

Eine Bewusstheit, in der nur das Potential zum Denken vorhanden ist.   Die sich ihrer selbst bewusste Leere tendiert aufgrund von Wahrscheinlichkeiten vom Zustand des Nicht-Gedankens in den anderen Zustand des Gedankens. Jedes Mal entsteht ein Energieobjekt oder es verschwindet. Auf diese Weise kommt die Fluktuation der Raumenergie zustande. (Quantenphysik: Die Quantenfluktuation des leeren auf -271° abgekühlten Raumes.) Dieses Nullpunktfeld, indem Energie chaotisch und spontan - dh. Ohne kausale erkennbare Zusammenhänge erscheint- ist die Wiege des uns bekannten und so vertrauten "Bewusstseins". Hier entsteht das Universum, wie wir es als Menschen kennen. Hier kommen wir her. Hier ist die Wiege des "ich". Es ist die Grenze, die wir mit bewussten Gedanken erreichen können. Nicht weiter. Wollen wir in das bewusste "Sein" zurück, müssen wir alle Gedanken, ja unsere ganze Bewusstheit aufgeben. Christus sagte:

"Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt!"

Er meinte natürlich keinen weltlichen Reichtum damit, sondern das "reich an Geist sein", das angehäufte und angesammelte Wissen, wie etwas zu sein hat usw.....

Um diese Grenze zu überwinden, müssen wir Menschen bereit sein, alles was wir wissen und sogar unsere stolze Bewusstheit aufzugeben. Johannes vom Kreuz sagt dazu: "Glaubst du wirklich, Mensch, du kannst bleiben wie du bist, wenn du dich Gott näherst?" und im Zen klingt es etwas drastischer: "Wenn du Buddha begegnest auf deinem Weg, dann töte ihn und geh weiter"...

Wir können in unsere Religio nichts mitnehmen von dieser Welt, nicht einmal Wissen. Einzig die Qualität der Erfahrung prägt über Resonanzen Muster in die Nullpunktebene und bestimmt damit die Wahrscheinlichkeiten für den nächsten Augenblick - aus dem wir wieder hervortreten und neues Wissen ansammeln, dass wir wieder freiwillig dem Leben zurückgeben.

alles liebe