Luftballons

 

Einst, noch vor deiner Zeugung, wo warst du da? Wo bist du hergekommen und was ist da gekommen?  Richtig! Es ist NICHTS gekommen, jedenfalls nichts, was in dieser 4 dimensionale Welt etwas wäre. Aber auch ein Nichts ist etwas, sonst könntest du nicht darüber nachdenken. Als also damals dieses Nichts kam, das du heute bist, ist etwas geschehen. Die Erfahrung der vier dimensionalen Welt = Raum und Zeit, erzeugte ein zelluläres neuronales Netz. Das ist das, was du heute als dein Gehirn bezeichnest. Dieses neuronale Netz war am Anfang winzig klein. Nur ein paar wenige synaptische Verbindungen. Doch es wuchs dramatisch schnell! Nicht nur deine physischen Erfahrungen, auch deine Gedanken und Gefühle haben es wachsen lassen. Ich gebe dir jetzt eine Metapher, damit du verstehen kannst was passiert ist. 

Du warst damals ein Potential, das geboren werden wollte. Ein Punkt ohne physische Ausdehnung. Wo sollten also deine Erfahrungen aufgezeichnet werden? Du hast eine Art Luftballon entwickelt, auf dessen Oberfläche du deine Erfahrungen aufzeichnen konntest. Sehr schnell jedoch ging dir der Platz für die vielen Daten aus, aber das war kein Problem, denn du hast einfach den Ballon ein Stück aufgeblasen und schon war auf seiner Oberfläche wieder genug Platz zum Malen und Zeichnen, Erfinden von Dingen, mathematischen Formeln usw. Und das hast du immer wieder getan: Den Ballon aufgeblasen und dein Verstand hat sich in die Horizontale entwickelt. Du besitzt eine unendlich vergrößerbare Wissensoberfläche und all dein Wissen, deine Denkfähigkeit, deine Intelligenz, deine Sprache ist darauf gespeichert. Das ist toll und eine geniale Erfindung. 

Doch du hast mit dieser Erfindung auch etwas anderes erschaffen. Immer wenn du den Ballon aufgeblasen hast, entfernte sich die Oberfläche vom Mittelpunkt. Jedesmal ein Stückchen weiter. Deine Zunahme an Wissen hat dazu geführt, dass es sich von dir entfernt hat. Denn du bist auch heute noch dieser ausdehnungslose Punkt, der in die 4D Welt hineinragt. Für die physische Welt bist du gar nicht da. Nur eine theoretische Möglichkeit. Einzig deine Lebenserfahrung bringt hervor, was du als deine Realität ansiehst. Und diese Realität ist verselbstständigt, weit weg von dir auf der Oberfläche. Du kannst weitere Milliarden Jahre auf dieser Oberfläche verweilen und Ballon um Ballon aufblasen. Aber vielleicht willst du ja mal zu dir zurück. Vielleicht suchst du ja schon seit geraumer Zeit nach dem Schöpfer deiner Realität. 

Nun sieh dir das Bild dieser Metapher aus einiger Entfernung an: Du siehst was du erschaffen hast: Einen riesengroßen Ballon von Wissen, das auf einer dünnen Haut gespeichert ist und diese Haut ist überall mehr oder weniger gleich weit vom Mittelpunkt des Ballons entfernt. Jetzt kannst du das Ziel deiner Suche erkennen. Denk genau nach! Wohin wirst du kommen, wenn du weiterhin in die dir bekannte Richtung läufst? 

Genau:  Du wirst auf der Oberfläche deines Wissens im Kreis herum laufen und nichts finden, was deiner Suche entspricht. Was also musst du tun?

Natürlich, du musst zum Mittelpunkt zurückfinden und das geht nur, wenn du aufhörst dich in der Horizontalen zu bewegen. Du musst in die Senkrechte finden. Nur da geht es zurück zu dir. Egal an welchem Punkt du gerade stehst. Von jedem Punkt der Oberfläche ist es für dich gleich weit zu deiner Mitte. Der  Weg in deine Mitte ist sogar kürzer, als alles was du auf der Oberfläche zurücklegst. Deshalb kannst du sofort anfangen ihn zu gehen. Du musst nicht einmal suchen. Da wo du bist, ist es gut. 

Wenn du allerdings in die Tiefe gehst, dann wirst du alles loslassen müssen, was du an Wissen angesammelt hast. Du wirst alles zurücklassen müssen, egal ob es dir lieb und teuer oder verhasst ist. Du wirst alle Kategorien von Dualität, Polarität, von Liebe, Erkenntnis, intellektueller Reflexion, deine Frau, deinen Mann, deine Kinder, deine Familie, deine Ideen, einfach alles zurücklassen müssen.

Du wirst dich auch daran gewöhnen müssen, eine große Leere und völlige Sprachlosigkeit zu erleben. Der Weg in deine Mitte führt durch die große Leere aus der alles kommt, die aber selbst nur aus Potential besteht - so wie du selbst. Auf deinem Weg zu dir wirst du dich selbst vergessen und auch was du für dein höheres Selbst hältst. Kein einziger Gedanke kann mit dir kommen. Das ist eine große Herausforderung. Doch was ist mehr wert als zu dem zu werden, was du wirklich bist: Ein Teil Gottes, ein Teil der universalen Schöpferkraft, ein Mensch! Ein Mensch in dem sich das gesamte Universum und unsagbar viel mehr personalisiert hat und der seine göttliche Natur in seiner Person zum Ausdruck bringen wird. Ein Mensch aus dem die Liebe und die Weisheit Gottes strahlt und alles erleuchtet, was in seine Erfahrungswelt kommt. Ist es das nicht wert?

Überleg es dir gut ob du dir selbst begegnen willst!

alles liebe

Joan