Muta cor et mutabitur opus

 

Irgendwann kommt für jeden Suchenden der “dunkle Tag der Seele”. Ein Lebensabschnitt, der dich in die Knie zwingt und dir alles nimmt, was dir in der Welt lieb und teuer ist. Du verlierst den Job, dein Zuhause, deine Lieben und etwas scheint mit dir zu spielen, wie die Katze mit der Maus. Die Sonne geht unter und du glaubst nicht mehr daran, dass sie je wieder aufgeht. Das geht solange bis du aufgibst. Bist du dich in das Unannehmbare ergibst. Dann hat die Raupe sich in den morphischen Brei aufgelöst. Nichts ist von dir mehr da, außer einem Gedanken: Ich bin!

 Aus diesem einzigen Gedanken erwächst auf ungeheuerliche Art und Weise dein neues Wesen. Aus dem weltlich zerstörten und geläuterten “Nichts-mehr-da-von-dem-was-war” strukturiert sich dein neues Wesen, in das du auf eine ähnliche Art und Weise hineinwächst wie einst das Baby, das du glaubst gewesen zu sein.

 

 

Dies ist wohl die anstrengendste Zeit deines Wachstums. Hattest du gedacht, dass es nichts anstrengenderes gibt wie eine menschliche Geburt? Nun, jetzt hast du es dir bewiesen. Diese Periode deiner Bewusstwerdung ist für dich eine stressige Zeit, aber wie sonst könntest du begreifen, dass “Allmacht”, eben Allmacht bedeutet und auch vor Zerstörung und Tod nicht halt macht. Es ist wie in Goethes Zauberlehrling: Die Geister, die ich rief, werde ich nunmehr nicht mehr los! Den  tieferen Sinn dieser Worte davon müssen wir wohl am eigenen Leib spüren. In solchen Zeiten ist es sinnvoll die “Meditation” etwas zu dosieren. Die ungeheuerlichen Dinge geschehen ja nicht nur beim Sitzen, sondern im Alltag. In deinem täglichen So-Sein.

Hier sind ein paar Hinweise, die du beherzigen kannst, wenn es soweit ist – oder auch nicht. Es ist deine Entscheidung.

 

1.) Die Welt bist Du!

Buddha hat das am Ende seines Zyklus erkannt und gleichzeitig gewusst, dass dies in Worten nicht vermittelbar ist. Deshalb blieb nur die eigene Erfahrung – bis heute ist das nicht anders. In der formalen Meditation lernen wir also mit den nicht-physischen Kräften umzugehen. So wie ein Baby lernt, dass der Daumen, mit dem es sich immer in sein Auge sticht, unter seiner eigenen Kontrolle steht. Bis es das begriffen hat, tut es einfach immer mal wieder weh. Doch dann geht es rapide schnell weiter. Es lernt immer schneller, was es selbst ist. Dazu geht “Mensch” durch mehrere Initiations-Stufen, etwa alle 7 Jahre eine neue.

Nach 4 Zyklen erfolgt die Einsicht, dass die Welt mit dem bisher Gelernten so nicht funktionieren kann und es beginnt eine Suche ….. an deren Ende die Erkenntnis steht:

 

 Ich bin!

 

Nun wird ein weiterer Schritt erforderlich. Es ist die Auflösung des dualen Gegensatzes: Ich bin ich und Du bist Du! Das ist meistens der Anfang der chaotischen Phase. Lerne einfach die Kontrolle demütig deinem größeren Wesen zu geben und du wirst sehen, dass die Welt, die du erlebst, in etwa dem entspricht, was sich als dein Körper spiegelt. Eine “unbekannte” Energie hält alles zusammen und sorgt für Funktion. So wie dein Körper weiß was du willst, so weiß es auch “die Welt”. Gehe mit ihr genauso um wie mit deinem Körper..

 

2. Du bist Schöpfer

Alles was du erlebst – egal was – hast du selbst erschaffen. Selbst das, was du am Unakzeptabelsten findest. Du erschaffst es um dir zu beweisen, dass ein allmächtiges Wesen, sehr wohl ohnmächtig sein kann. Allmacht beinhaltet die Fähigkeit, sich selbst zu entmachten. Tue das einfach nicht länger. Du hast lange genug den Stein erschaffen, von dem du GLAUBST ihn nicht tragen zu können. Und was du glaubst ist deine weltliche Realität.

In dem du darauf vertraust, dass dein allmächtiges Wesen mit dir ist und auch deine weltlichen Bedürfnisse erfüllt, gehe in einen reaktiven Modus und beobachte deine Kräfte bei der Arbeit.  Indem du siehst wie sie wirken, wie deine Gedanken und Gefühle Wirkungen in der “Welt” hervorrufen, entwickelt sich dein Zutrauen und du erntest die Früchte deines Leidens. So ist es. Vertraue in dich und deine Welt wird erstrahlen. Richte deine Liebe auf dein schöpferisches Wesen – nicht auf einen abstrakten, Theo-logischen Gott oder Ähnliches. Werde dir selbst bewusst und liebe die WELT, dann erschaffst du das Paradies auf Erden. Ist es nicht das, was du immer schon wolltest?

Gehe in die Tempel und durchtränke sie mit deiner Kraft, aber vernachlässige darüber nicht die Welt. Bleibe demütig und wisse um deine eigene Natur.

Wenn du diesen Weg wählst, wird sich dein innerster und tiefster Herzenswunsch erfüllen.

 

3) Du testest dich

So wie das Baby wissen will, ob es gelernt hat mit dem Daumen umzugehen, ob es laufen, rennen, springen kann, so ist auch der mentale Lernprozess mit solchen “Testsituation” gespickt. Nimm deine Energie aus diesen Tests zurück. Sie sind eine Illusion. Du bist unendlich und unbeschränkt. Eine künstlich geschaffene Testsituation ist mehr als lächerlich. Wisse du BIST das strahlende Wesen und stelle dein Licht nicht mehr unter den Scheffel.

Dann wirst du einsehen, dass du ein in der Welt aktiv handelndes unbeschränktes Wesen bist.

Wisse, da ist niemand, der gegen deinen Willen verstößt. Niemand. Nicht einmal dein Körper. Alles Du selbst. Bewusstsein.

Nimm dir die Zeit und die Ruhe und beobachte das was in dir geschieht und du wirst erkennen, was ich dir gerade gesagt habe. Sei dir bewusst, ALLES ist eine virtuelle Projektion deines Wissens und deiner Absichten sowie Erwartungen. Keine Energie, keine Materie, keine Zeit, keine Meditation …

Du bist so perfekt im Erschaffen von Illusionen, dass du vor dir selbst in Ehrfurcht versinken solltest. Doch es reicht, wenn du dir über diese Fähigkeit des perfekten Erschaffens eine anerkennende Dankbarkeit aussprichst und dann deine “Energie” aus allem zurückforderst, was nicht zu deinen Wünschen und Absichten passt. Fühle wie du deine Energie wieder aus allem heraus nimmst, was nicht zu deinem jetzigen Schwingungszustand passt. Lasse die körperlichen Gefühle wieder abflauen und ihre Energie zu dir zurückfließen. Indem du nicht mehr zulässt, dass sich ungewollte Gefühle in dir ausbreiten, wirst du deine Welt verändern, denn die Welt und DU bist EINS.

 

Muta cor, et mutabitur opus! - Ändere dein Herz und die Schöpfung folgt dir!

 

Im Original lautet es bei  Augustinus:

"Wandle das Herz, und das Werk wird sich wandeln! Reiß aus die Begierde, pflanze ein die Liebe! Wie nämlich die Begierde die Wurzel allen Übels ist, so ist auch die Liebe die Wurzel alles Guten. Warum also murren die Menschen unter sich oder führen Streitgespräche, indem sie sagen: Was ist das Gute?  Wenn du doch nur wüsstest, was das Gute ist!"

alles liebe

Joan