Der vertikale Weg II

 

Die höheren Frequenzen (4)

Auf der Suche nach den hohen Frequenzen werden wir feststellen, dass die höchsten Frequenzen Gefühle von Gelassenheit, Freude, Ekstase und unkonditionierter Liebe erzeugen. Sie führen in unbeschreibliche Zustände des Wohlergehens, während alle anderen Gefühle von niederen Schwingungen erzeugt werden. Je geringer die Frequenz der Gefühle, desto leidvoller und lebensfeindlicher werden sie. Das Tamagotchi versucht diese hohen Frequenzen durch den raschen Wechsel von Objekten herzustellen: Es will immer mehr: ein neues Auto, ein größeres Haus, noch mehr Thrill, das Größere und Schnellere, das Bessere usw. Doch hat es dies dann erreicht, muss gleich das Nächste her.
Dies ist eine unendliche und sich selbst beschleunigende Geschichte. Das Tamagotchi kann zunächst nicht begreifen, dass es so nicht zum Ziel kommen wird, sondern sich im Gegenteil dadurch sehr schadet. Mit jedem Gedanken, mit jeder neuen Erfahrung belastet es sich etwas. Diese Belastung wirkt sich in der Abnahme seiner Frequenz aus. Je tiefer es schwingt, desto weniger Möglichkeiten kann es aus der "höheren Selbst" Ebene erreichen und umsetzen. Es kann nicht begreifen, dass es im Ursprung selbst die höchstmögliche Frequenz ist, weil es ein Geschöpf von "ALLES-WAS-IST" ist. Es kann auch nicht begreifen, dass seine Geschichte es von diesem Ursprung entfernt hat, weil dadurch seine Schwingung abgesunken ist. Seine ihm so liebgewordene Geschichte verhindert diese Erkenntnis und hält es dort wo es ist. Es wird solange mit den ihm bekannten Mitteln weitermachen, bis es  auf null Schwingung kommt und sich damit selbst zerstört.
In der Erfahrung starken Leides oder des vermeintlichen Todes, schnellen wir aus der Tamagotchi Ebene heraus und erkennen wieder die Wirklichkeit. Dies können Nahtoderfahrungen, außerkörperliche Erfahrungen oder intensive Meditationszustände sein. In diesen Momenten werden wir uns wieder des "höheren Selbst" gewahr und seine wunderbare Welt entfaltet sich. Diese Erfahrungen wirken so prägend, dass danach eine vollständige Rückkehr auf die Tamagotchi Ebene fast nicht mehr möglich ist.
Dieses "Herausfallen" oder "Aufsteigen" aus dem Zustand des "Tamagotchi Seins" unterscheidet sich deutlich vom Denken und Machen auf dieser Ebene. Es ist ein "Nachhausekommen", das von tiefem Frieden und Glückseligkeit begleitet ist. Es führt in eine Welt, in der die gelernten Gesetze und Regeln keine Gültigkeit mehr haben.
Das ist der Entwicklungsweg der Vertikalen - zurück vom Dasein als konkrete Information in das Dasein als "ALLES-WAS-IST".
Doch es gibt auch andere Wege dem Tamagotchi-Dasein zu entkommen. Sie werden Ruhe und Konzentration genannt. Ob du sie in der Meditation findest oder beim Spaziergang, beim Floaten oder im Yoga spielt nur für die Ausformung deines Weges eine Rolle. Dein Weg zu dir, schiebt sich unter deine Füße. Je weniger Wichtigkeit du dem Tamagotchi zubilligst, desto schneller wirst du die wunderbaren Synchronizitäten erkennen, die dich in Richtung deines Vorhabens ziehen.
Indem du den Willen erzeugst zu dir zu kommen und an dessen Umsetzung festhältst, generierst du ein Paradox in dir. Da du ja im Moment glaubst das Tamagotchi zu sein und permanent den Erfahrungen der Tamagotchi-Welt ausgesetzt bist, kommt dir dieses Vorhaben zunächst widersinnig vor. Eine ganze Armada von Saboteuren wird über dich herfallen und jeden deiner Schritte in dieser Richtung hinterfragen, anzweifeln, kritisieren. Du wirst dich auslachen und nicht mehr für ernst nehmen - doch es gibt eine Instanz in dir, die eine Sehnsucht aufrecht erhält. Eine Sehnsucht nach Frieden und Erfüllung. Diese Instanz führt dich zu Themen und Begegnungen - wie diese Website - die dich mit Informationen versorgen. Hier kannst du erleben, dass du mit deinem "verrückten" Wunsch nicht allein bist und dass es Menschen gab und gibt, die diesen Weg gehen und schon gegangen sind. Es ist an dir die träge Masse des Tamagotchi-Daseins abzubremsen und zu lenken. Du wirst am Anfang des vertikalen Weges lernen, was es heißt zu bremsen und du wirst lernen, wie sich dieses Entschleunigen auf deine Realität auswirkt. Dies ist der weitaus schwierigste Teil, denn du wirst bocken wie ein alter Esel.
Mach dir besser nichts vor: Du kennst deinen inneren Schweinehund, der in der Regel immer gesiegt hat. Das ist jetzt deine erste Hürde! Setz dich jeden Tag für 20 Minuten hin und schließe die Augen. Tue nichts weiter als auf deinen Ausatem achten. Wo fließt er hin? Lass alle Antworten auf die Frage ziehen - und alle anderen Gedanken auch. Sei der, der du bist in dem Augenblick der ist, an dem Ort der ist. ATME! ("at me" = engl: "bei mir") Wenn du das einen Monat lang schaffst, darfst du dir gratulieren. Ja, und du wirst feststellen, dass du ein Bedürfnis danach entwickelt hast!

 

Der vertikale Weg ein Intermezzo  (5)

Dies sind ein paar Gedanken, die mir wichtig sind. Bei allen Vorzügen, die du durch den vertikalen Weg erhalten kannst, sollte dir klar sein, dass es sich um einen Veränderungsprozess handelt, um eine Transformation. Diese Transformation vollzieht sich vermeintlich in der Zeit, jedoch in Wirklichkeit ist sie ursächlich eine Regung in deinem absoluten Kern. Es ist eine Unmöglichkeit in der absoluten Ruhe, indem eine Bewegung entsteht. Diese Veränderung bewirkt, dass alles passiert, was du glaubst von dir aus zu tun. Du hast einen freien Willen, weil es diese Unmöglichkeit im Kern dessen gibt, was du tatsächlich bist.
Aber dieser freie Wille gehört nicht dem Tamagotchi.
Deshalb erfüllen sich nicht alle Wünsche und deshalb scheint es unabänderliche Gesetze zu geben. Lies noch einmal den Abschnitt: "Wie entsteht die Realität".
Das Tamagotchi ist wichtig, das wiederhole ich hier noch einmal und für all jene, die sich am Wort "Tamagotchi" stoßen: Ich meine das weltliche Ego, mit seiner körperlich, energetischen Existenz und den geistigen Fähigkeiten, die es sich angeeignet hat um eine Person darstellen zu können. Es ist sehr wichtig. Es ist die Fackel, die du brauchst um später das Licht der Liebe zu tragen. Sei dir dessen gewiss, denn das ist das Ziel des vertikalen Weges. Die Transformation ist schwierig zu erklären, denn in ihrem Vollzug geschieht etwas, dass die Bezeichnung "DU" falsch werden lässt. Die Person die du im Moment kennst, das Tamagotchi, transformiert in ein Tamagotchi, dass im Vergleich zu früher nur noch rudimentäre persönliche Züge hat. Es wird durchstrahlt von der Liebe des Wesenskerns auch wenn die körperlichen Gegebenheiten oft unverändert bleiben. Auch die Handlungen bleiben im Grunde die gleichen, doch ich zitiere hier Laotse, der die Transformation in seinen Worten beschreibt:

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
Wahrheit ohne Liebe macht kritiksüchtig
Klugheit ohne Liebe macht gerissen
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch
Macht ohne Liebe macht gewalttätig
Ehre ohne Liebe macht hochmütig
Besitz ohne Liebe macht geizig
Glaube ohne Liebe macht fanatisch

Selbst im atomaren Bereich gibt es so etwas wie Liebe: Das Elektron nimmt auf und gibt ab und bevor es das tut, fragt es im Universum nach, ob es einen Partner gibt, der sein Vorhaben unterstützt. Erst wenn es eine positive Antwort auf diese Frage bekommt, führt es seine Handlung durch. So entstehen Moleküle nur zwischen jenen Atomen, die sich bereitwillig zusammenfinden und eine innige Verbindung eingehen. Das ist das innere Wesen der Kommunikation. Sie wiederum beruht auf Resonanz und das ist die Grundvoraussetzung für Wachstum.
"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nur dröhnendes Erz oder eine   lärmende Pauke", schreibt Paulus (1 Kor 13,1ff)
Nur die Liebe öffnet die Ohren und Augen von Lesern und Hörern und lässt die Resonanz zwischen den Schreibern und Sprechern zu. Diese Resonanz lässt über das Mittel der Schrift und der Worte, die Liebe in den Lesern und Hörern fühlbar werden. Achte auf diese fühlbare Liebe, wenn du liest und hörst!

 

Die Saboteure sind los (6)

Nun, ich nehme an, mit dem Atmen ist es schwieriger als gedacht.  Wahrscheinlich wirst du von diesen Saboteuren geplagt: Ich habe dafür keine Zeit, da kann ich nicht, da sind wichtige Termine, da sind die Kinder da, da habe ich schon was vor, da muss ich ja noch früher aufstehen usw. und so fort.

Sei dir gewiss, diese Saboteure sind die Chiwawas  unter den Sabotageprogrammen des Tamagotchis. Das Atmen bereitet dich auf die Begegnung mit den Wölfen vor, die in den Wäldern deiner Überzeugungen bereits auf der Lauer liegen und dich längst ins Visier genommen haben.
Darum solltest du dich wirklich gut prüfen, ob es tatsächlich dein Wille ist, das Tamagotchi-Land zu verlassen, denn es wird zunächst nicht einfacher werden. Wenn du nur auf der Suche nach Kling-Klang Esoterik, Wellness, intellektueller Anerkennung oder spirituellen Höhenflügen bist, dann solltest du dein Vorhaben besser noch einmal überdenken, denn auf dem Weg zur Mitte wird sich alles manifestieren, was du in dir trägst. Du wirst nichts davon übersehen, überspringen oder umgehen können. Du musst es durchleben. Es kann vorübergehend deine Gesundheit beeinträchtigen, deinen Job oder deine Karriere kosten, deine Beziehungen zerstören, deine Welt ruinieren.
Das sind die existentiellen Folgen deiner Entscheidung.
Nicht, dass es der Wille des höheren Selbst wäre, dich zu quälen. Nein, es ist einfach die Tatsache, dass sich deine Tamagotchi-Glaubenswelt auflöst, je näher du an deinen Wesenskern kommst. Dieses Auflösen wird in der Realität sichtbar: Alles zerfällt, was nicht zu deinem Wesenskern gehört. Das ist für jeden unterschiedlich, selbstverständlich, aber es gibt Gemeinsamkeiten, so wie unsere Erscheinung zwei Beine, zwei Arme, Rumpf und Kopf hat. Es bleibt also auch hier viel Platz für die Spielarten deiner Individualität.

Der vertikale Weg ist ein Weg der Hingabe im doppelten Sinn des Wortes: Hingebung an ein größeres System, sich darin geschützt und geführt zu wissen und das hingeben dessen, was sich im eigenen Besitz befindet. Beide "Gaben" sind nicht einfach.
Darauf zu vertrauen, dass alles zum eigenen Besten ist, kann unter Umständen sehr schwer fallen. Die Begegnung mit den eigenen Schatten, den vom Tamagotchi verbannten Eigenschaften und Bedürfnissen, die wie hungrige Wölfe durch die Wälder deines Unbewussten ziehen, kann viel Leid hervorrufen. Je nach Geschwindigkeit mit der Anerkenntnis und mentale Auflösung an diese Anhaftungen erfolgt, kann das eine gefühlte Ewigkeit dauern. Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit ist jedoch ein wichtiger Reinigungsprozess.
Das Tamagotchi erklärt es mit - Hoffnungslosigkeit - und produziert die zur Erklärung gehörenden Gefühle.
Indem diese Energieformen hingegeben werden, lösen sie sich auf und es verbleibt nichts. Das auf Aktivität und "haben wollen" ausgerichtete Tamagotchi reagiert darauf depressiv. Du merkst vielleicht schon am Geschriebenen, dass sich hier etwas verändert: Du löst dich allmählich aus der Verhaftung mit dem Tamagotchi und das nur durch die Konzentration auf das Atmen. Du kannst dich auch auf etwas anderes konzentrieren, aber der Atem ist das Beste. Er ist immer verfügbar und er liefert dir ein sofortiges Biofeedback-Signal. Wenn du nämlich   aufgeregt oder ängstlich bist, geht dein Atem schnell und flach und bleibt meist im oberen Brustbereich stecken.
Atme also immer ruhig und tief in Richtung Beckenboden oder Steißbein. Übernimm zunächst die Kontrolle über deinen Atem und das Tamagotchi wird zahm. Dann, wenn der Atem ruhig geworden ist, lass ihn los. Lass ihn frei fließen und beobachte einfach. Bleib wach! Wenn dich Gedanken plagen, Bilder aufsteigen oder Gefühle dich in dieser Zeit schütteln, halte durch!
Keiner der Gedanken ist wichtig, kein Bild hat eine Bedeutung, kein Gefühl hat Sinn.
Es ist das Gesicht der Maya, der Illusion oder Makyo, wie es im Zen heißt. Auf einer psycho-physischen Ebene lösen sich diese Energien in dir auf und dieser elektrochemische Prozess erzeugt im Tamagotchi diese Wahrnehmungen. Du musst einfach wissen, dass du auf diesem Weg von einer Instanz geführt wirst, die du auf den Frequenzen des Tamagotchi Seins nicht verstehen kannst. (Sonst würdest du hier nicht lesen!)
Diese Instanz ist deiner Hingabe würdig!
Du gibst ihr vielleicht einen Namen: Gott, Allah, Manitou, großer Geist, Brahma, Urmutter oder Weltenseele und verbindest bestimmte Vorstellungen damit. Das ist gut, denn keiner dieser Namen ist falsch. Und wenn du glaubst Atheist zu sein, dann erkenne in dieser Instanz eine Intelligenz an, die der deinen unendlich überlegen ist.
Ich nenne diese Instanz "ALLES-WAS-IST" und das hat dich zu diesem Punkt gebracht, an dem du diese Worte liest. Glaubst du tatsächlich, dies sei ein Zufall? Zufall, Schicksal und Fügung ist eine Erfindung des Tamagotchi. Damit erklärt es dir seine Grenzen und seine Abhängigkeit vom kausalen Aktion-Reaktion Gesetz. Das ist alles. Das ist auch der einzige Grund warum ich diese Texte hier schreibe: Der vermeintliche Zufall des Tamagotchi! Wenn du allerdings weiterhin an Zufall, Schicksal und unumstößliche Gesetze glauben willst, dann solltest du jetzt noch einmal in dich gehen und überprüfen, ob du diesen Weg tatsächlich gehen willst.

 

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