Der vertikale Weg IV

In der Schwebe der Ebenen (10)

Glaube jedoch nicht, dass es schon geschafft ist. Auch wenn das Tamagotchi einige deiner Kräfte nicht mehr besetzt hält, so sinnt es doch aufs eigene Überleben. Gerade jetzt ist es dabei die Wölfe aus dem Wald des Unbewussten zu rufen. 
Es werden sich mehr oder weniger große Veränderungen in deinem Leben einstellen. Einige davon scheinen schwer zu bewältigen. Möglich, dass du deinen bisherigen Job verlierst, weil du nicht mehr dem gewohnten Standard entsprichst. Du findest vielleicht an deinen Hobbies kein Interesse mehr. Deine Firma droht den Bach runter zu gehen, weil du dich nicht mehr 18 Stunden am Tag darum kümmerst. Einige deiner Freunde meiden dich, weil du schweigsam geworden bist und nicht mehr jede Nacht über die Dörfer ziehst. Freund oder Freundin finden plötzlich jemand anderes oder deine Wohnung wird gekündigt. Du wirst in einen Gerichtsstreit oder einen Unfall verwickelt oder oder  oder ...
Das sind die Wölfe aus dem Unbewussten, die Schattenkrieger des Tamagotchis. Die Ninjas der Ängste, die das Tamagotchi entwickelt hat.
Denke daran, du bist immer noch mehrheitlich mit dem Tamagotchi identifiziert.

Das kann sich über einige Zeit hinziehen. Aber du erfährst in den Ruhezeiten auch immer wieder die glückseligen Momente, den tiefen Frieden und die Stille, die dir wieder Kraft geben und dich auftanken. Du erfährst die Hilfe im letzten Augenblick, die durch das größere System erzeugt wird. "ALLES-WAS-IST" schützt dich auf eine Art und Weise, wie es das Tamagotchi überhaupt nicht kann. In diesem Wechselbad der Zustände lernst du dem größeren System zu vertrauen. Deine mittlerweile  geschulte Beobachtungsgabe findet jetzt die Synchronizitäten, die zum Ungemach geführt haben und du kannst sie auflösen. Indem du diese Ängste los lässt, lösen sie sich auf und verschwinden. Lösungen kommen und heilen deine Tamagotchi Realität wieder. Das ist die angenehme Seite des vertikalen Weges:  Einmal aufgelöste Energien kehren nicht zurück und machen den Weg für höher schwingende Kräfte frei. Dinge die vorher immer wieder passiert sind hören auf. Das Karussell wird langsamer und Neues tritt in dein Leben. Der verlorene Job wird durch einen besser passenden ersetzt. Die Firma findet Möglichkeiten ohne dich auszukommen und passende Beziehungen treten an dich heran. Es ist wie im Wunderland und das scheinbar Unmögliche kann geschehen. Der Grund dafür ist die sich langsam verschiebende Balance in Richtung "höheres Selbst". Es treten neue Kräfte auf und ordnen die Tamagotchi Strukturen neu. Die groben, niedrig schwingenden Felsen des Tamagotchi Systems zerfallen zu Sand  und geben den Weg für das Wasser des Lebens frei.  Das nennt man Auferstehung oder moderner: Aufstieg!
Wenn an einer Balkenwaage, eine Schale höher hängt als die andere, dann ist es die Methode des Tamagotchis, die höher hängende solange mit Sand zu befüllen, bis beide Waagschalen gleich hoch sind. Die Energie des höheren Selbst verschiebt stattdessen den Aufhängepunkt der tieferen Schale in Richtung Mitte, so dass die andere Schale herunterkommen kann. Das ist der Unterschied.
Du schwingst jetzt zwischen den Bewusstseinszuständen des Tamagotchi und des "höheren Selbst" und gerätst in ein virtuelles Gleichgewicht zwischen An- und Abwesenheit der Tamagotchi-Welt. Dieses Schwingen ist vergleichbar mit dem Schwingen der Balkenwaage. Das Schwingen rotiert um die Mitte. Während die Mitte selbst unbeweglich ist, umgibt sie die Schwingung.
Diese stille Mitte ist das torlose Tor, um das der Zustand des "höheren Selbst" und der des Tamagotchis rotieren. Sie sind Zwillinge, die sich gegenseitig bedingen. Diese beiden Zustände können sich nur auflösen, wenn das Rotieren endet. Jedes Mal, wenn du in der Stille der Mitte bist, bremst du diese Rotation etwas ab und die auseinanderstrebenden Objekte der Tamagotchi Welt rücken näher an ihre abstrakten Ursprünge heran.

 

Das Leuchten der Stille (11)

Indem die Welt des Tamagotchis transparenter wird und du die Zusammenhänge zwischen ihr und der "höhere Selbst Ebene" erkennst, verschmilzt deine Realität immer mehr mit dem höheren Selbst. Die Wertungen und Probleme des Tamagotchis verlieren ihre Wichtigkeit und gelangst in einen Zustand ausgeglichener Gelassenheit. In diesem Zustand entwickelt sich eine ausdehnende, stille, unbewegliche Mitte, die dich schlussendlich aufnimmt, einwickelt, erfüllt, durchdringt. Dieser Kontakt mit deinem Wesenskern entsteht automatisch und spontan. Meistens bist du nicht darauf gefasst. Diese Begegnung kommt "wie der Dieb in der Nacht", wenn die Stille der Mitte ein gewisses Maß erreicht hat. Es ist nichts, was du tun oder beabsichtigen könntest. Es gibt keine Vorzeichen oder Signale. Auch nicht in den Informationsstrukturen des "höheren Selbst". Deswegen sprechen die Mystiker von "Gnade". Es ist etwas, das dir zuteilwird, aber nicht aus eigenem Handeln oder Verdienst. Es ist ein Geschenk und es ist einfach Stille.

Wenn dich diese Stille erreicht, bricht die Dualität in dir zusammen und das, was du bisher als deinen Verstand angesehen hast, zerbricht, transformiert und erweitert sich ohne das dies zu beschreiben wäre. Deine Ideen von einer persönlichen Existenz, einer individuellen Persönlichkeit, einer Seele und eines höheren Selbst fallen in sich zusammen und es geschieht ein "plötzliches zu sich kommen".  Es ist ein blitzartiges Erkennen dessen, was ist. Das ist ALLES-WAS-IST.
Diese Erfahrung der Leere, die in den mystischen Traditionen viele Namen trägt: Satori, Samadhi, Erleuchtung, Gotteserfahrung usw. kann dich schwer treffen und in die Knie zwingen. Wenn du die umherstreunenden Wölfe deiner Tamagotchi Existenz noch nicht gefangen und aufgelöst hast, werden sie zu monströsen Untieren, deren Namen: Wahn, Maßlosigkeit, Gier, Tod und alle "-ismus" Arten sind. Durch das einströmende Licht von ALLES-WAS-IST vergrößern sich die verbliebenen Wölfe ins Unermessliche und fallen über dich her. Mit großer Sicherheit bedeutet dies deinen Neuanfang jenseits der irdischen Existenz.
Hast du dir jedoch genug Zeit gelassen alle Verhaftungen an deine Ideen als Tamagotchi aufzulösen und auch die Informationsstrukturen des höheren Selbst ausgewischt, so dass nichts bleibt, was vom ewigen Licht projiziert werden könnte, dann wird dieses Licht ALLES-WAS-IST durchstrahlen.
Du wirst frei sein in diesem Licht zu leben.
Hier wird es aber auch schon wieder falsch, denn es wird kein ich, du, er, sie, es mehr geben, auch keine Zeit und keinen Raum. Jedenfalls solange nicht, wie all das nicht wieder neu erschaffen wird. Und es wird neu erschaffen. Das Licht von ALLES-WAS-IST gibt Erkenntnis und seine Natur ist Liebe. In dieser Liebe aufersteht alles was dieser Natur entspricht. Es wird ein neuer Mensch sein, der aus dieser blitzartigen Erfahrung hervorgeht. Seine Kreativität wird liebevoller sein, sein Mitgefühl ohne Ende und seine Präsenz ein einziges Leuchten. Das ist der vertikale Weg, der dich zu dir Selbst zurück bringt und deine Welt repariert.
Dein Atem und deine Übung haben diese Kraft.
Sehen wir zu was es führt ...

 

Der vertikale Weg - die letzte Stufe (12)

Es ist nicht so, dass die materielle Welt verschwindet, wenn du wieder zu dem wirst, was du immer schon bist. Auch verschwinden deine Schöpfungen nicht alle. Jene, die du auf deinem Weg aufgegeben hast, sind längst weg und du hast dich daran gewöhnt. Du musst nichts behalten, was du nicht brauchst. Doch das, was du bei dir haben willst, wird da sein. Du bist dann mit der Mitte identifiziert und die Kraft der Mitte ist Liebe. Liebe durchdringt alles. Das tat sie schon immer und wird es auch weiterhin tun. Du verstehst dann aber, dass diese Liebe nichts mit dir zu tun hat. Das das, was du als "dich selbst" bezeichnest, nichts weiter ist als eine Kräuselung in der Liebe, die das Informationsmuster eines "höheren Selbst" hervorbringt, aus dem das Hologramm des Tamagotchis entsteht. Die Kräuselung in der Liebe ist eine Regung von ALLES-WAS-IST, eine Bewegung in der absoluten Ruhe.
Woher? Warum? Es ist, sagt die Liebe und verströmt sich in alle Ewigkeit.
Ruhe und Bewegung sind die beiden letzten Pole, die vom Wesenskern beschreibbar sind. Solange "DU" nicht mit ihm vereinigt bist, wirst du Schwingen und deine göttliche Intelligenz wird immer wieder Fragen aufwerfen. Erst wenn "DU" ganz in dem Einigenden der Ruhe aufgehst, wirst du verstehen. Dieses Verstehen ist anders. Es ist eine Erinnerung, ein Zurück- und Hineinfallen in das, was du bist.
Hier enden die Möglichkeiten der Beschreibung.
Wie gesagt, deine weltliche Existenz wird nicht enden, wenn du durch diese Erfahrung gehst. Du wirst alle deine Schöpfungen mitnehmen. Doch sie werden durchleuchtet von der Anwesenheit des Wesenskerns.  Das in vielen Erdenjahren so mühevoll erschaffene Tamagotchi wird zum geläuterten Werkzeug der Liebe von ALLES-WAS-IST. Es wird ein Licht in deinem Hologramm entzünden und der Träger dieses Lichts sein.
Das ist der Grund, warum das Tamagotchi nicht abgetötet werden darf. Der Sinn des Menschenlebens ist es, die Liebe von ALLES-WAS-IST in der eigenen, subjektiven und individuellen Existenz aufleuchten zu lassen. Dazu bedarf es eines Trägers, der dieses Licht halten kann. Dieser Träger ist dein erschaffenes Tamagotchi. Es ist die Kerze, die sich in der Liebe entzündet und im strahlenden Licht niederbrennt. Die Dauer dieses Verströmens transformierter Liebe ist dein restliches Leben. Doch es ist ein Leben als Wesen, in dessen Strahlen die Tamagotchi-Welt aufglänzt und transparent wird. Die transzendente Wirklichkeit von ALLES-WAS-IST tritt dabei im Laufe der Zeit immer deutlicher hervor.
So ist der vertikale Weg ein Hinsterben des Persönlichen zu einer überindividuellen Existenz, das sich mitten in der Welt abspielt. In allen Formen von der Welt gespiegelt und für jeden sichtbar gemacht wird. Es gibt hier keine Lüge oder Täuschung. Die Stufen des Weges sind für jeden sichtbar, der aufmerksam genug ist. Der Weg wird von der "Erde" beglaubigt, in dem sich die materiellen Objekte bilden und den Gehenden umgeben. Das ist die Erleuchtung der Welt. Die Niederkunft des Heiligen und die Wiederkehr des erleuchteten Geistes in jedem einzelnen Menschen.

So ist es.
alles Liebe

Joan